Montag, 23. November 2009

Galapagos

Bilder
Nach einer Nacht in Guayaquil nehmen wir den Morgenflug nach Baltra. Bei eitel Sonnenschein erreichen wir das Archipel und weiter geht's per Bus zur Bucht, in welcher einige Schiffe vor Anker liegen. Darunter auch das Segelschiff Ecantada, auf welchem Fibi und ich 2005 waren. Ich treffe sogar den Kapitän und den Guide von damals (der Käpt'n will nix mehr davon wissen, dass er in der letzten bierseeligen Nacht noch ganz hässliche Länderpunkte gesammelt haben soll...). Am Pier besetzen derweil schon einige Seehunde die Sitzlätze - Bienvenidos a Galapagos!

Unser Schiff, die Yacht Angelito, ist einiges komfortabler als die Encantada und wir können endlich mal unsere Rucksäcke auspacken, im Wissen, dass wir mal für eine Woche das selbe Zimmer haben. Die Crew lichtet den Anker und wir tuckern schon mal in eine herrliche Bucht um das erste Essen auf See einzunehmen. Derweil schwimmen die Galapagos-Haie um's Schiff, in der wagen Hoffnung, einen Bissen leckeres Schweizer Qualitäts-Fleisch samt Badehose abzukriegen, was Sabrina im Hinblick auf unsere Schnorchel-Tour doch etwas nachdenklich stimmt. Unsere Reisegruppe besteht hauptsächlich aus Teilnehmern vom nördlichen Nachbarkanton. So können wir uns also nebst Englisch und Spanisch noch in einer weiteren Fremdsprache weiterbilden und kriegen zur Abwechslung mal ganze Sätze auf die Reihe. Maya, die Reiseleiterin, ist die gute Biene an Bord. Sie verfügt nicht nur über ein unglaubliches Wissen, was die Inseln, deren Flora und Fauna angeht, sondern kümmert sich mit vollem Einsatz 24h um die Gäste. Dass sie darüber hinaus auch noch Schweizerin ist, bringt sie in Sachen Sympathiepunkte in schwindelerregende Höhen.
So und jetzt zur Hauptsache - den Viechern. Davon hat's hier eine ganze Menge. Und da es die meisten hier nie wirklich auf den Speiseplan der Menschen geschafft haben, kennen sie auch keine Angst und Scheu vor denselbigen. Die Seelöwen zum Beispiel, kümmern sich nicht wirklich darum, ob die mit Fotoapparillos bewaffneten Gringos gerade dort durch wollen, wo sie ihren Mittagsschlaf machen. Die Landleguane hocken mehr oder weniger den ganzen Tag unter den Kakteeen und warten darauf, dass eine Frucht auf ihren Teller fliegt und Gott hat, zur fototechnisch besseren Vermarktung der Tölpel, deren Füsse blau angemalt. Irgendwie haben es die Tiere und Pflanzen in der teils sehr kargen Umgebung geschafft zu überleben. Jeder durch Spezialisierung und Anpassung an seinen Lebensraum. Ein Schelm, wer dabei Parallelen zur Migrationspolitik zieht.
Jeden Tag laufen wir eine andere Insel an. Seymour, Bartolomé, Genovesa (nicht die vom Chrämerhuus), Rabida....
Dabei machen wir aber nicht nur Landgänge, sondern stürzen uns auch in's türkis farbene Nass - was man nicht alles tut, im Dienste der Forschung und Wissenschaft. Sabrina macht dabei auch Bekanntschafft mit ihrem ersten Hai und ich glaube gefühlt zu haben, dass die Wassertemperatur in meiner direkten Umgebung rapide angestiegen ist - ich kann mich aber auch getäuscht haben... Auf einem der Schnorchel Ausflüge, segelte auch ein schöner Manta (ohne Fuchsschwanz) an uns vorbei und der eine oder andere Pinguin hat ebenfalls unseren Weg gekreuzt. Mitte Woche gab's dann Landausgang mit Party-Erlaubnis auf Santa Cruz. Wir haben uns bis morgens um viertel vor zwei die Stadt angeschaut und sind dann per Taxi-Boot wieder an Bord. Ich nehme an, die Kopfschmerzen und die leichte Übelkeit anderntags stammte vom Seegang... In Puerto Ayora besuchten wir das Darwin Research Center. Dort werden hauptsächlich Schildkrötenbabies auf ihr hoffentlich langes Leben in der freien Wildbahn vorbereitet. Die Geschichte von lonesome George - der letzten überlebenden männlichen Schildkröte seiner Art, werde ich hier nicht nochmal aufrollen. Sie haben ihm zwei Weibsbilder einer anderen Art in den Käfig gesteckt - jedoch: Er hat's noch immer nicht getan! Vielleicht plappern sie einfach zu viel oder das ganze ist auch nur eine Legende. Wir haben ihn auf jeden Fall nicht zu Gesicht bekommen und konnten ihm also auch Sven Epineys Grüsse nicht übermitteln.
Die Woche ging viel zu schnell vorbei, für eine angenehme Bräune hat's aber allemal gereicht und viele Impressionen nehmen wir mit. Apropos Mitnehmen: Dass Sabrina keines der süssen Seelöwen-Babies adoptiert hat, liegt bloss an ihrer vollgestopften Tasche.
Am Sonntag sind wir dann wieder zurück auf's Festland geflogen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Maya, der Crew der Angelito und Willi Dünnenberger von Positiv Turismo bedanken. Suuuberi Büetz!
Weiter geht's nach Peru... Moskito Schutz und Immodium auf Mann!

1 Kommentar:

  1. Hola ihr zwei!

    Xeht guet us eue Blog! Und ier händ mi etz definitiv überzügt au ufd Galapagos Insle z flüge! Schliesslich lahni scho d Osterinsle sii, dänn chani mer locker Galapagos leischte!

    Ich hoffe ier händ no es Zimmer gfunde in Ushuaia, han eu ämel niene gseh umelungere :-)

    Ev spöö!
    Gruzz Ronny (vom Flughafe in Trelew)

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